Traumapädagogik stabilisiert Menschen, die durch traumatisierende Erlebnisse psychische Probleme und inadäquate Reaktionsweisen entwickelten. Bilder aus der Vergangenheit brechen störend ins Heute ein. Das gilt für Kinder ebenso wie für Erwachsene, die durch eine chronisch belastende Kindheit geprägt sind.

 

Ein plausibles Erklärungsmodell verringert Schuld- und Schamgefühle und führt über ein besseres Selbst- Verständnis heraus aus depressiven Phasen hin zu mehr Handlungswirksamkeit.

 

Das Puppenspielsetting selbst bietet traumasensibel modifizierende Effekte, die weit über den rationalen Ansatz hinaus und tief in die Emotionen hinein greifen: In einem sicheren Rahmen werden eigene Entscheidungen und deren Wirkung erlebt, werden  Gefühle bearbeitet. Ohnmacht und Hilflosigkeit werden in Tat und Vision gewandelt. Ganzheitlich werden körperliche Aktion, Sinnesreize, Geist und Emotion verbunden. Abgespaltenen Bereichen kann sich intuitiv und sorgsam angenähert werden. Spiel ist per se ein Üben und Bewegen von Beziehungsmodellen und zwar stets freiwillig und freudvoll. Die Puppe und das szenische Material auf der Bühne bieten zusätzlich ein projektives Material, das kathartisch zurückwirkt. Magie und Heldentum heißen auch, die Welt als machbar und die eigene Person als fähig wahrzunehmen. Eine Geschichte zu spinnen, heißt auch, Sinn zu entfalten. Dinge geraten in Bewegung, es wird aktiv gehandelt und gesehen. Es können Motivation, Offenheit und neue Perspektiven erwachen.